Behind the album

small

Jules schreibt gern kleine musikalische Geschichten über das Leben und die Menschen in seiner Umgebung. Irgendwie blitzt immer ein kleines Lächeln zwischen den Tönen durch. 

Die Songs auf dem Album stammen aus unterschiedlichen Lebensphasen und wurden in seinem kleinen Studio in der Nähe von Münster eingespielt. Sie erzählen von dem langen Weg eines Menschen zu sich selbst.

 

„You ́re the one that I want“                                                            

Das kann Dir nur ein Mal im Leben passieren, dass Du die Liebe deines Lebens triffst. Und beide wissen es in genau in dem Augenblick in dem es geschieht. Die Suche nach dem besonderen Menschen, von dem man sein Leben lang geträumt hat, ist vorbei. Dieser Mensch steht vor dir. Die Wucht der Begegnung wirft dich fast um. Ihr sinkt Euch in die Arme und verschmelzt. Es ist als kenne man sich schon ewig und habe sich nun endlich wiedergefunden. Ich hatte dieses grosse Glück meiner Soulsister zu begegnen und ihr geschworen: I ́ll do my very best! 

 

„Who is the one?“
Erinnert an Kant: „Ich denke also bin ich“. Aber wer ist „ich“ ?? Den Song habe ich 19 ́74 geschrieben. Ich war fast 5 Jahre unterwegs gewesen - in Europa, Afrika, Indien - bis das Gefühl einsetzte, wieder in Deutschland leben zu können. Mit ein paar guten Freunden suchten wir uns ein abgelegenes Bauernhaus und machten daraus eine Musiker WG. Die meisten Songs aus dieser Zeit sind noch heute Teil meiner musikalischen Identität. Ähh - wessen? 

 

„Strange Days“
Dies ist eine wirklich wahre Geschichte, die mir genau so passiert ist:
Eine Kuh fällt durch das Kellerfenster in mein Studio, rappelt sich auf und glotz mich an. „Was machst Du denn hier?“, frage ich sie völlig verdattert. „Ich wollte in diesem Song mitmachen“, antwortet sie, „und wenn ́s geht auch in dem Video“. „Seltsame Tage“, denke ich so bei mir, „was für einen Quatsch habe ich denn da wieder geträumt?“ 

 

„ Mother ́s Garden „
Ich wünschte mir manchmal mehr Gelassenheit. Dann stelle ich mir vor, ich säße am Ufer eines Flusses und würde mein Leben vorüberziehen sehen. Ich käme zur Ruhe und könnte über alles nachdenken... und – was würde dann passieren? Wahrscheinlich würde mir als nächstes jemand auf die Schulter tippen und sagen: „Ham se das Schild nicht gesehn ? Hier is privat. Sie dürfen hier nicht.“ 

 

„Familyday“
2011 wurde ich an der Wirbelsäule operieret. Ich hatte mir ein paar Nerven eingequetscht. Wochenlang blieb mein linker Flügel taub und das Gefühl in den Fingern kehrte nur widerstrebend zurück. An Gitarre spielen war nicht zu denken. Ich kaufte mir eine Ukulele, die man gut auch mit drei Fingern der linken Hand spielen kann, und fing an zu üben.
Es war Sommer und der erste Familientag der „Next Generation“ stand an, nachdem mein Vater im Vorjahr gestorben war. Ich liess die Familienparade vor meinem geistigen Auge vorüberziehen und musste lachen, und plötzlich flog mich dieser Rhythmus an. „Familyday“ erzählt vom Sommerfeeling 2011 und von einem Tag wie wir ihn lange nicht mehr erlebt hatten. Ariba-Rieber! 

 

„DreadArt“
Ich wollte einen ungewöhnlichen Song schreiben für einen ungewöhnlichen Menschen: meinem Sohn Ananda. DreadArt ist seine Idee. Eine Idee, die es ihm erlaubt hat, damit einmal um die Welt zu reisen. Eine Idee von der man leben kann, wenn man sie lebt. „Folge deinem eigenen Rhythmus, es ist einfach natürlich. Sei ehrlich zu dir, dann kannst du ́s auch anderen gegenüber sein. Finde selbst heraus was du vom Leben lernen willst, alles andere ist second hand. Lebe dich selbst. It ́s Art to be Dread“. 

 

„Everybody ́s lil Song“
In den Achzigern...irgendwann nachts auf der Autobahn nach einem Gig mit unserer Band „Caribic Kid“... Auf der Heimfahrt im unserem alten „Setra“ Bus entsteht zwischen Schlafen und Wachen ein Song in meinem Kopf. Eigentlich sollte unser Sänger, John Noville, ihn singen, aber es kommt nicht mehr dazu. Die Band geht auseinander. Der Song bleibt.
Jetzt nach mehr als zwanzig Jahren habe ich ihn schliesslich aufgenommen und - wie es der Zufall will - treffe ich John plötzlich wieder. Klar, dass er sich einklinkt und seine Vibes mit in die Nummer einbringt. „Listen to my brotherman from Germany....“ 

 

„Blue as Hope“
Wenn Du Dein eigenes Ding machst, fühlst Du Dich manchmal völlig allein. Egal ob Du auf Hilfe oder auf Widerstände triffst, alles entsteht letztlich aus Deiner eigenen Zuversicht. Du tust was Du tun musst, glaubst obwohl Du zweifelst, lachst obwohl Dir nach Weinen ist. Du fällst hin, stehst auf, gehst weiter, vertraust dem Weg unter Deinen Füssen. Du weisst: wenn Du Deinen Traum nicht verwirklichst, wird es niemand für Dich tun. 

 

„Instant enlightenment“
Was ist aus den Fragen geworden, die Menschen immer schon im Innersten bewegt haben. Wer bin ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens? Antwort: der Esoterik Markt. Die galoppierende Inflation globaler Werte macht auch vor wirklicher Spiritualität nicht halt. Im Gegenteil. Antworten auf Lebensfragen werden dem User dort in konsumierbaren, leicht verdaulichen Portionen für kleines Geld angeboten. Dazu noch die richtigen Accessoires. Der Esomarkt boomt. Die Eventbranche steht bereit. Die Inflation ist bis ins Herz der Suche nach Wahrhaftigkeit vorgedrungen. Alles Lüge! Nimm Dich in acht. 

 

„Non Toccare“
Zutaten: Englisch, Italienisch, Oper, Comedy, Groove Elements, Rock, Klassik, Kopfkino Komponiert für 3 1/2 Minuten Musikgenuss. Anrühren, Spass haben, fertig!
Eigentlich wollte ich nur was für eine Weinprobe beim Italiener schreiben, dann kam mein Kumpel Uli und brachte mir ein bisschen Italienisch bei, und dann nahm der Blödsinn irgendwie seinen Lauf...Es wird dringend davon abgeraten, diesen Song ernst zu nehmen. 

 

„Sit back“
Taub sind wir. Blind. Ungerührt. Wir sind so stumpf, dass wir uns nicht mal mehr erschrecken können. Globale Katastrophen finden vor unseren Augen und Ohren statt. Wir lassen sie geschehen. Solange man vor der Glotze sitzen kann, sind Katastrophen und menschliche Tragödien einfach nur Infotainment. Und wenn das Kind in Dir berührt ist, schalt einfach auf ein anderes Programm. Lehn dich zurück, es wird schon irgendwie... 

 

„Amaya“
Ein Kinderlied für ein ganzes Leben, zur Geburt meiner allerersten Enkeltochter.