the Story of Jules

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Where the Journey started . . .

Ich bin in den 1950er Jahren aufgewachsen. Zweisprachig, auf einer englisch-deuschen Strasse. Mit 6 Jahren musste ich Klavier spielen lernen, mit 12 wollte ich Drummer werden, dann Gitarrist – wegen der Mädels. Meine alten Herrschaften rasteten total aus! Mir war´s egal - ich konnte einfach nicht anders.

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. . . into the Sixties

Mit 13 beschloss ich zwei Dinge: ich will Rock Musik machen und ich fange an zu rauchen. Fortan nannte ich mich "Jules" und kam in die Pubertät. Die Beatles, Stones, Pink Floyd und Jimi Hendrix machten Musik aus den Träumen der 60er Generation. Wir sogen dieses Gefühl auf, gründeten Bands und wurden Freunde für´s Leben. Jedes Wochenende Beat, Rock und Soulmusik. Alle hingen zusammen rum und entdeckten eine neue Welt, unser eigene! Der Horizont schien unendlich weit offen…

The Haze

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Overhagen College Castle Bus Station Sound

Es muss so zwischen 1964 und 1965 gewesen sein, dass sich Jules und Mick über den Weg liefen und beschlossen "The Haze" zu gründen. Ein Originaldokument aus jenen Tagen proklamiert:

"Do the Overhagen College Castle Bus Station Sound - Come to "The Haze"

Der erste Gig fand in der Overhagener Zwergenschule statt, vor etwa zehn Fans. Mit dabei damals "The Ragged Four", unsere Rivalen. Aus Bänken wurde eine Bühne errichtet, jede Gruppe bot ungefähr acht Stücke, das Publikum tanzte und schrie. Wir benutzten alte Röhrenradios als Verstärker, Kirmesboxen, Wandergitarre mit Tonabnehmer, das Schlagzeug war zum Teil eine Atrappe. Alles kein Problem – wir waren laut und hatten richtig Spass!

"The Haze" entwickelten sich. Als Drummer stiess Siggi hinzu. Ernie drückte eine Weile die Orgeltasten, bevor Francel, der Sohn vom Küster den Job übernahm. Und dann kriegten wir noch einen richtigen Manager: Otto. Yea! Das waren "The Haze" in Zeiten der Starbesetzung.

Aus Dampfradios wurden Verstärker, wir beschafften uns Stromgitarren, eine Gesangsanlage mit richtig Echo-Hall. Sogar einen fetten Tonabnehmer für´s Klavier taten wir auf. Und wenn kein Pianoforte am Auftrittsort stand, liehen wir uns zwei Rollbretter, Klavier drauf und ab ging´s quer durch die Stadt und dann noch zwei Etagen hoch. So lief das ab wenn wir spielten.

"The Haze" machten sich zwischen 1965 und 1967 in Lippstadt und Umgebung einen Namen als Beatband. Kaum ein Jugendheim, Kolpinghaus, Kneipensaal oder eine Tanzschule, die nicht verschont geblieben wäre… Und wir spielten alles: Beatles, Stones, Prokul Harum, Small Faces, Who, Hendrix – Rock, Pop, Soul, Eigenkompositionen, manchmal sogar Walzer… Eben einfach Alles. Und damals gab´s ständig neue aufregende Musik. Es war unglaublich!

Igrendwann flogen Jules und Mick aus dem Overhagen Colleg Castle raus. Plötzlich war der Zusammenhalt weg und die Band fiel ausenander. Flower Power und Bewusstseinserweiterung, die 68er waren angesagt. "The Haze" lösten sich auf. Was blieb war der Name und eine Menge Spass, den wir miteinander gehabt hatten.

Eine einmalige Re-Union der Band gab es im April 2005 vor 2200 Leuten in Lippstadt. Name des Events: "The Beat goes on". Das konnten wir unterschreiben! Gemeinsam mit vier anderen Come-back Bands rockten "The Haze" die Halle, als gäbe es kein morgen. Und wir damals 1965 spielten wir Beatles, Stones, Procul Harum, Small faces, Who… Das geneigte Publikum tanzte und schrie – wie damals. Die Show hatte sich gelohnt! "The Beat goes on" – forever more…

 

"The Haze" VIDEO "Nobody´s Boy

 

The Beat goes on . . .

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Morgenlandfahrt

Mit siebzehn flog ich von der Schule und zu hause raus. Ich liess mir einen Bart stehen und trampte nach Griechenland. Ich las Hesse, nahm LSD und landete schliesslich im Himalaya, auf dem Dach der Welt, wo mir meine Habseligkeiten abhanden kamen. Über Land schlug ich mich durch, zurück nach Germany. Ich wog 50 Kilo als ich dort wieder ankam und fühlte mich unbeschwert.

 

Beam House - New Think

Mit Freunden gründeten wir eine Musikerkommune in der Nähe von Münster. Wir assen, tranken, rauchten, und liebten Musik. Psychedelische Zeiten waren angesagt. Wir waren auf der Suche nach unserem ganz besonderen Sound und experimentierten mit ungeraden Rhythmen, vertrackten Melodien und tiefsinnigen Texten. Wir jammten und probierten stundenlang, akustisch, elektronisch, abgefahren… Die Sache hatte nur einen Harken: leben konnten wir nicht davon.

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That Latin Feeling

"Von Musik leben können" passierte dann aber doch noch, als ich von der karibischen Band "Raven", später "Caribic Kid" als Keyboarder angeheuert wurde. Wir spielten Funk, Soul, Latin und Reggea Music - tourten auf und ab durch die Lande: Clubgigs, Discos, Galas. Zwei Jahre später zerfiel die Band. Die Musiker hatten unterschiedliche musikalische und persönliche Ziele. Wie´s eben so ist…

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Family Years . . .

Mit Mitte zwanzig hatte ich das grosse Glück die Liebe meines Lebens zu treffen. Seither sind wir gemeinsam unterwegs. Wir haben ein Haus gebaut, Kinder aufgezogen, unsere Höhen und Tiefen erlebt. Wir haben zusammengehalten, zusammen geträumt und unsere Träume gelebt. Und wir haben uns den Buckel krumm malocht, denn es ging darum, für das Überleben unsere kleinen Family zu kämpfen. Die vergangenen dreissig Jahre habe ich mein Geld mit der Versorgung alter Menschen verdient – der Menschen, die den Krieg meiner Elterngeneration überlebt haben. Allerdings - das Musik machen habe ich all die Zeit über nicht vergessen . . .

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NOW - Irgendwann sagte mir meine innere Stimme, dass ich da noch einen anderen Job zu erledigen habe. Der alte Traum davon, eine eigene Platte zu machen, bahnte sich einen Weg in mein Bewusstsein. Die Zeit war reif. Ich liess mich kündigen und beschloss, endlich mit der Verwirklichung meine Traums zu beginnen. Es hat fast drei Jahre gedauert und einen ganzen Haufen Arbeit gemacht, ganz zu schweigen von der Kohle, die so was kostet. Nun gut! Herausgekommen ist ein Album, auf das ich stolz bin. Genau so stolz wie meine Liebste, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.

Ich möchte allen danken, die mich auf dem Weg begleitet haben, die gemeinsam mit mir geträumt, gehofft und gearbeitet haben. Wir haben ja oft genug über die Geschichte gesprochen und ich bin es euch gewissermassen schuldig, diesen Traum endlich in die Tat umzusetzen. Und jetzt – Anfang 2014 ist es endlich soweit. „Jules“ proudly presents: „Short Stories“, das lange erwartet erste Album. Dig it!